Endlich, nach vier Tagen aus dem argentinischen Behördendschungel befreit. Eine Befreiungsaktion wie bei John Rambo, nur ohne „Ölvergiessen“. Mal ehrlich gesagt, um ein Fahrzeug oder was auch sonst immer aus dem Zoll in Buenos Aires zu holen, kostet sehr viel Nerven und Zeit. Doch beim Anblick unseres unversehrten Campers auf dem Hafengelände, war der Ärger schnell vergessen.
Danach ging es raus aus der Capital nach Carmen de Areco. Eigentlich wollten wir uns hier nur ein wenig von unseren „Grossstadtstrapazen“ erholen, aber es kam alles anders. Auf unserem Campingplatz fragt René einen Mann nach einer guten Pizzeria. Dies ist der Anfang einer wirklich tollen Begegnung mit einer unglaublich netten Familie. Christian, Carina und Joaquin nehmen sich in den folgenden 14 Tagen richtig viel Zeit für uns. Sie gehen mit uns zu unserem ersten „ausgewachsenen“ Assado (typisch argentinisch, mit alle Fleischsorten, die einem so einfallen). Christian übt unermüdlich mit uns Spanisch und erklärt uns wie man Matetee, das argentinische Nationalgetränk, zubereitet. Carina und Sonja versuchen sich mit Händen und Füssen zu unterhalten und Joaquin versteht sich auch ohne Hände und Füsse gut mit unseren Kleinen. Es war eine wundervolle Zeit mit euch – Lieben Dank an euch drei.
Weiter ging es zum Nationalpark „El Palmar“. Hier war es zwar warm, was wir auch eigentlich wollten, doch durch das tropische Klima kam nicht wirklich eine entspannte Atmosphäre für uns auf. Toll waren aber die Vizcachas, übergrosse Meerschweinchen, die nachts bis vor unseren Camper kamen und sich die neuen Gäste näher betrachteten. Vögel gab es auch viele zu sehen. Zum Beispiel frei lebende kleine Papageien. Und dann noch Santiago. Der ist schon seit sieben Jahren unterwegs, zurzeit mit dem Fahrrad. Ein gutes Gespräch bei einem gepflegten Matetee folgte.
Nur einige Kilometer entfernt von El Palmar liegt die Kleinstadt San José, gegründet von schweizerischen Emigranten. Für uns eine gute Gelegenheit uns von unserem ersten Urlaubsstress zu erholen und ganz entspannt am Rio Uruguay abzuhängen.